Dinslakener Geschichte


Die Trabrennbahn am Bärenkamp
 

Bereits 1948 befasste sich der gerade aus der Taufe gehobene Trabrennverein mit dem Bau einer Trabrennbahn am Bärenkamp in Dinslaken. Bei dem Bärenkampgelände handelte es sich damals um eine landwirtschaftliche Nutzfläche. Die allgemein schlechte Ernährungslage bewog den Stadtrat jedoch diese Pläne vorerst zurückzustellen.

Im Jahre 1953, nach der Neugründung des Niederrheinischen Traber-, Zucht- und Rennvereins Dinslaken e. V., nahm die Sache wieder greifbare Gestalt an. Am Unternehmungsgeist fehlte es nicht. Die bekannten Züchter und Besitzer B. D. Alkemade (Elten) und Willy Latz (Dinslaken) luden die Stadtväter zu einer Besichtigungsfahrt nach dem holländischen Hilversum ein. Die Trabrennbahn in Hilversum sollte das Vorbild für das in Dinslaken zu schaffende Gelände sein. Die Ratsvertreter waren begeistert und bereits im Juni 1953 wurde der Grundstein zu der neuen Anlage gelegt.

Mit Unterstützung der Stadt, der Industrie, von Handwerkern und freiwilligen Helfern konnten die Traberfreunde des Niederrheins innerhalb eines Jahres den Plan verwirklichen. Schwierigkeiten gab es genug. Aber alle Bemühungen trugen reife Früchte. Die 800-m-Bahn umfasst eine Fläche von 17 000 qm. 3 600 Kubikmeter Erdmassen mussten hierfür bewegt werden. 2 850 cbm Kesselasche wurden angefahren und verbaut. Außerdem wurden einer Tribüne, eine Waage, Toiletten, der Totoschalter und über dreißig Pferdeboxen gebaut.

Am 25. Juli 1954 hatte der Dinslakener Verein seinen großen Tag: die Bahn konnte ihrer Bestimmung übergeben werden. Trotz eines regenverhangenen Himmels beim ersten Start - später goss es wie aus Kübeln - waren 15 000 Zuschauer erschienen, die zwar mehr oder weniger nass, aber  begeistert waren.

Das Pferderennen ist nicht, wie wohl viele Laien glauben, nur eine angenehme Unterhaltung für das Publikum oder eine Möglichkeit, durch Wetten Geld zu verdienen. Für die Pferdezüchter ist ein Rennen eine öffentliche Prüfung ihres Erfolges. Nach ihrer Ansicht kann es keine gerechtere Leistungsprüfung als ein Rennen geben.

Damit dient die Trabrennbahn am Bärenkamp nicht nur sportlichen, sondern auch züchterischen Zwecken. Ein schöner Nebenerfolg: Seit dem Bestehen der Trabrennbahn hat Dinslaken – zumindest im Kreis des Pferdesports – einen europaweiten Bekanntheitsgrad erreicht.

Die Dinslakener Rennbahn ist mit ihren 800 Metern Deutschlands einzige Halbmeilen-Trabrennbahn. Durch ihre Überschaubarkeit schafft sie eine  ganz besondere, einzigartige Atmosphäre. Die Zuschauer sind auf direkter Tuchfühlung mit den schnellen Trabern und ihren Fahrern, die um den Sieg kämpfen.

Vor einigen Jahren wurde der Verein umbenannt in „Niederrheinischer Trabrennverein Dinslaken e.V.“, auch kurz „DIN TRAB“ genannt.  Nach Vorgabe des Landwirtschaftsministeriums und der Bezirksregierung Düsseldorf müssen die erwirtschaftete Mittel des Vereins zum Besten der Landespferdezucht einsetzen werden. Eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft überprüft jährlich die Einhaltung dieser Vorgabe. 

In all den Jahren seines Bestehens war der Verein und damit die Rennbahn und ihre angrenzenden Flächen immer offen für ergänzende Veranstaltungen. So bietet der Parkplatz Raum für einen zweimal in der Woche stattfinden Trödelmarkt, aber auch für die zweimal jährlich stattfindende Kirmes. An den Kirmestagen dient die Rennbahn als Parkplatz. Kaum eine Stadt kann mit einem solchen großzügigen Parkraumangebot konkurrieren.

Zu einem besonderen Highlight hat sich das jährlich am 1. Mai stattfindende Porschetreffen entwickelt; das größte Porschetreffen europaweit. Auch die Freunde von Windhundrennen wissen die Vorzüge der Dinslakener Bahn zu schätzen. Und das Tribühnenhaus hat schon manchen Ausstellung und Feierlichkeiten außerhalb des Pferdesports gedient. Die Uni Duisburg und die Dinslakener Gymnasien nutzt seit Jahren die Räumlichkeiten der Trabrennbahn zur Durchführung ihrer jährlichen Klausuren.

Dies sind nur einige der Aktivitäten, die die Vielseitigkeit der Trabrennbahn am Bärenkamp widerspiegeln. Damit hat die Rennbahn nicht nur in den Kreisen von Pferdesportlern einen Bekanntheitsgrad erzielt, der weit über die Grenzen Dinslakens hinaus geht.

Nachstehend einige Bild- und Filmbeiträge:

Impressionen von der Rennbahn vor Beginn der Rennen

Filmaufnahmen von einem Renntag

Porschetreffen 1. Mai 2014

Martinikirmes 2014

Pressebericht zum Windhundrennen 2009

Pressebericht zum Familientag 2012