Sehenswürdigkeiten in der Dinslakener Altstadt
     



 

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Stadtplan Altstadt


Ohrenmann
 


Exponat aus Stahl von
Klaus Jost

Standort: Neben der Ev. Stadtkirche

Material:
Stahlblech Hohlkörper, patiniert, hohlraumversiegelt
               Gewicht ca. 60 kg, Höhe 175 cm, Breite 80 cm,
               Tiefe inkl. Grundplatte 40 cm

Im Gegensatz zu Menschen, die gerne Gerüchte weiter verbreiten, ist der Ohrenmann ein Zeitgenosse, der (fast) alles hört, es aber dann auch für sich behält...

Mit der übergroßen Darstellung des "Hörapparates" entspricht er dem Archetypus eines neugierigen Lauschers.

Der rostrote "Ohrenmann" hat lange Löffel lauschend in die Höhe gestreckt, fast Antennen gleich. Als wolle er alles in sich aufsaugen, auch das leiseste Flüstern und Tuscheln. Was mag er hören? Neuigkeiten, Skandale, ein bisschen Tratsch? Leider wird es nie jemand erfahren, denn sprechen kann der Gute nicht. Schade eigentlich, schließlich, deuten die kreisrunden Augenlöcher großes Staunen an es muss sich wohl lohnen, das Lauschen.
 



 



Mann mit rostigen Ohren

"Alles in unserer Welt ist vergänglich", sagt Klaus Jost. " Sogar der Ohrenmann." Das Ende des rostroten Wesens mit den steil aufgestellten Horchern dürfte der 50‑jährige Maler und Bildhauer aus Oberhausen jedoch kaum miterleben. Der "Ohrenmann" ist aus Stahl, drei Millimeter dick, innen verstrebt, hohlraumversiegelt. So etwas hält länger als ein Künstlerleben.

Josts Beitrag für den Dinslakener Skulpturenweg erinnert an ein mythisches Mischwesen, an einen Wanderer zwischen den Kulturen, unterwegs von Ozeanien nach Europa. Ein bisschen auch an eine Kinderzeichnung. Der Künstler wählt bewusst eine einfache Bildsprache. Mit einem Plasmaschneider hat er sein Wesen aus gewöhnlichem Stahlblech geschnitten, innen ausgesteift ‑ und dann dem natürlichen Alterungsprozess überlassen: Er setzt ihn der Witterung aus, lässt ihn vor seinem Atelier im Regen rosten. Und erst der Rost macht die Figur des Skulpteurs (und Mediziners) lebendig, verwandelt Stahl in den "Ohrenmann".

Für mich ist Rost kein Makel", erklärt Jost. Er ist wichtiger Bestandteil des künstlerischen Prozesses. Die bräunlich‑roten Riefen, die die dreifingrige Figur überziehen und im Sonnenlicht warm leuchten lassen, wirken denn auch eher wie sehr hartes, kurzes Fell ‑ das Fell eines Teufelchens vielleicht? Klaus Jost winkt lächelnd ab. Sollen die Leute in seiner Figur doch sehen was sie wollen. Hauptsache ist, sie schauen hin.

von Ralf Schreiner

 
 
letzte Änderung: 19.02.05
Interessengemeinschaft Altstadt Dinslaken