Dinslakener Geschichte


Aus den Anfängen der Stadt Dinslaken
 
Dinslaken wurde 1273 durch Dietrich VII. Graf von Kleve zur Stadt erhoben und mit entsprechenden Privilegien ausgestattet. Die Anfänge der Siedlung gehen sicher einige Jahrhunderte weiter zurück.

Die älteste, dem Datum nach genau festgelegte Erwähnung des vollen Namens wird 1163 bezeugt, wo ein Antonius de Dynslaken in einer Urkunde des Grafen Theoderich von Kleve als Zeuge erscheint. Derselbe Antonius begegnet uns dann 1190 als "castellanus", d.h. Verwalter oder Burggraf, von Dinslaken.

In einem Grund- und Zinsbuch der Abtei Werden kommt in einem aus der 2. Hälfte des 12 Jahrh. stammenden Abgabenverzeichnis ein "Lake juxta Histincfelde", d.h. "Lake bei Hiesfeld", vor. Das Wort "Lake", das Brackwasserstelle bedeutet und auf die sumpfige, wasserreichen Gegen hinweist, ist die Grundform des späteren Stadtnamens. Dazu trat dann die Vorsilbe "Dins", eine Gegenwartform zu "gedunsen". An dieser Stelle mit aufquellendem Wasser lag also die Burg auf einer "Motte", einem künstlichen Erdhügel.

Bei dem einstigen Kastell in Dinslaken hat es sich vermutlich um eine Reichsburg gehandelt. Anders ist nicht zu erklären, warum der Kaiser im 14. Jahrhundert seine Zustimmung zu einem Besitzwechsel der Burganlage abgegeben hat. Wenn man bedenkt, dass Dinslaken zwischen den Burganlagen Kaiserswerth und Wesel liegt, ist die Vermutung nicht ganz abwegig. Urkundlich kann dies jedoch nicht belegt werden.

Das Sumpfgelände und die verschiedene Arme des Rotbachs, welche die Stadt durchflossen und die Stadtgräben mit Wasser füllten, boten zusammen mit festen Mauern und Toren Sicherheit für alle, die hier wohnten. So entwickelte sich die kleine ärmliche Siedlung zu einem beachtlichen städtischen Gemeinwesen.

Dinslaken war ab 1317 Sitz des Amtmanns, später Drosten für das "Land Dinslaken", welches das gesamte Gebiet zwischen Schermbeck, dem Vest Recklinghausen, dem Rhein und Duisburg umfasste. Südöstlich der Burg entwickelte sich eine kleine Ansiedlung, die 1273 unter Dietrich VII. Graf von Kleve Stadtrechte erhielt. Die Neustadt am Kirchweg nach Hiesfeld wird 1349 genannt. Diese besaß bis Ende des 18. Jahrhunderts eine eigene Verwaltung.

1399 erhielten die Schröder, die Gewandmacher, durch Dietrich von der Mrk. ihren Gildenbrief. Der damalige Landesherr, er hatte in Dinslaken Wohnung genommen, besiegelte selbst die Urkunde. Es ist anzunehmen, dass die Gilde schon vorher bestanden hat.

1412 gestattet Graf Adolf I. der Dinslakener Wollwebergilde die Errichtung eines Wollenamtes. Die Bestimmungen des Dinslakener Wollenamtes betrafen das Weben, Walken, Rauhen, Scheren, Färben, die Maß- und Materialbestimmungen, die Arbeitsordnung und die Abgaben. Das fertige Tuch musste zum Zeichen seiner guten Qualität gesiegelt werden. Von jedem gesiegelten Laken wurde eine Abgabe von 8 Pfennigen entrichtet; 6 erhielt davon die Stadt, 2 der Werkmeister. Diese Werkmeister hatten die Funktion eines Gewerbeaufsichtsbeamten. Sie beriefen die Versammlungen ein, und verwalteten das Vermögen der Gilde.

1417 wurde Graf Adolf I. durch Kaiser Sigismund mit dem Rang eines Herzogs in den Reichsfürstenstand erhoben. Er baute um 1420 das Dinslakener Kastell zu einer Burganlage aus und ließ eine Stadtbefestigung mit vier Toren anlegen.

Im Jahre 1478 verlieh Herzog Johann I. den Dinslakener Bürgern das Marktrecht.

Die Burg wurde lange Zeit von einem Rentmeister verwaltet. Den Begriff bzw. die Funktion des Rentmeisters ist uns bis heute sowohl im Heimatverein als auch in den traditionellen Pumpennachbarschaften überliefert und erhalten geblieben.

Während des 30jährigen Krieges wurde die Burg im Jahre 1627 von den Holländern niedergebrannt.

Der Hauptturm wird 1770 durch Blitzschlag erheblich beschädigt. Die restliche Burganlage wird umgebaut und Sitz des Dinslakener Rentmeisters.

Anfang des 19. Jahrhunderts zählte Dinslaken etwa 1800 Seelen. Auf der Burg residierte der Domänenrat Friedrich Theodor Althoff, der Vater des berühmten Friedrich Althoff, der als Ministerialdirektor im preußischen Kultusministerium das Schulwesen um die Jahrhundertwende reformierte. Auch die Technischen Hochschulen sie wurden damals erst eingerichtet hat Althoff entscheidend beeinflusst, und den Höheren Mädchenschulen gab er feste Norman.

Die Frau Theodor Althoffs war eine gebürtige Buggenhagen, denen die ehemalige Schlossbesitzung „Haus Bärenkamp“ gehörte.

1853 wird die Dinslakener Burg von der Familie de Fries erworben, die darin eine Landwirtschaft und eine Schnapsbrennerei etabliert.

In den Resten und auf den Trümmern der ehemaligen Burganlage wurde 1909 mit der Errichtung eines Kreishauses begonnen, das durch Brand und Krieg zerstört, wieder aufgebaut wurde. Heute befindet sich in dem ehemaligen Kreishaus das Dinslakener Rathaus mit dem Sitz des amtierenden Bürgermeisters, dem Sitzungszimmer des Stadtrates und einigen Amtsbereichen wie Standesamt Stadtarchiv und Kämmerei.